Archiv Juli - Dez. 2010
Sören Link: Wir schaffen die Studiengebühren ab!
Zum Wintersemester 2011/ 2012 ist das Studium in NRW wieder gebührenfrei
"Wir setzen um, was wir vor der Wahl versprochen haben"! In wenigen Wochen beginnt die Amtszeit der neuen rot-grünen Landesregierung - und zur Freude vieler Studierenden - nicht nur aus Duisburg - steht die Abschaffung der 2006 durch CDU und FDP in NRW eingeführten Studiengebühren ganz oben auf der Agenda. In einem gemeinsamen Antrag wollen die Landtagsfraktionen von SPD und Grünen schnellstmöglich die Weichen dafür stellen.
"Wir sind im Wahlkampf mit dem Versprechen angetreten, Bildungshürden abzubauen und die Chancengleichheit zu verbessern. Die Studiengebühren haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Zahl der Studienberechtigten und die Zahl derer, die tatsächlich erfolgreich ein Studium aufgenommen und beendet haben, immer weiter auseinander ging," so Sören Link, SPD Landtagsabgeordneter für den Duisburger Norden. "Damit muss endlich Schluss sein - und damit ist jetzt auch Schluss! Ab dem Wintersemester 2011/ 2012 wird es nach jetziger Planung keine Studiengebühren in NRW mehr geben."
Bereits zum kommenden Sommersemester 2011 solle es zu einer Reduzierung der Gebührenhöhe kommen, erläutert der Abgeordnete. Eine frühere Rücknahme der Gebühren bereits zum September dieses Jahres sei nicht mehr umsetzbar gewesen.
Wichtig sei der SPD, dass die Hochschulen bei dieser Initiative nicht die Verlierer sein werden. Die ausfallenden Gebühreneinnahmen werden in vollem Umfang aus dem Landeshaushalt kompensiert, so der SPD-Abgeordnete abschließend.
Rot-Grün leitet Wende in der Bildungspolitik ein
30.06.2010
Sören Link: erste Änderungen im Schulgesetz kommen noch vor der Sommerpause ins Parlament
Mit viel Tatendrang startet die neue rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf in die Arbeit. Nach der Abschaffung der Studiengebühren in NRW sollen auch im Schulbereich die Weichen neu gestellt werden. Und das noch vor der Sommerpause!
Durch erste Änderungen im Schulgesetz soll das Schulsystem in NRW künftig wieder demokratischer werden und deutlich mehr Freiheiten für Eltern und Schulträger ermöglichen. Dazu zählt auch die Mitbestimmung in den Schulen. SPD und Grüne wollen die sogenannte "Drittelparität" in den Schulkonferenzen wieder herstellen, so dass Schüler, Eltern und Lehrer wieder gleich Stark in den Gremien vertreten sein werden. Auf diesem Weg erhalten Schüler und Eltern wieder ein deutlich stärkeres Gewicht an den Schulen. Kinder und Jugendliche sollen so schon früh Demokratie selber erfahren und leben können. Weitere wichtige Änderungen soll es nach dem Willen von SPD und Grünen auch in der Frage der freien Schulwahl geben. In Zukunft sollen wieder die Eltern die weiterführende Schulform für ihre Kinder auswählen dürfen und nicht weiter verbindlich an die Grundschulempfehlung gebunden sein.
Auch die stark umstrittenen Kopfnoten sollen bald der Vergangenheit angehören. Aus der Sicht der neuen Regierung sind sie ein zu ungenaues Instrument, um das Sozialverhalten junger Menschen korrekt zu erfassen. Zukünftig soll es die Möglichkeit geben, die Angaben zum Arbeits- und Sozialverhalten nach Beschluss der Versetzungskonferenz auf den Zeugnissen vermerkt werden. Davon ausdrücklich ausgenommen werden die Abschluss- und Abgangszeugnisse.
Sören Link: "Diese Änderungen sind ebenso wie die Wiedereinführung von Grundschulbezirken nur erste Schritte - gleichwohl sind sie dringend nötig, um Ungerechtigkeiten im Schulsystem schnell abzustellen. Eine umfassende Reform des schwarz-gelben Schulgesetzes werden wir darüber hinaus zügig anpacken"!
Flugblatt der Woche
"Schwarz-Gelb zockt die Menschen ab"
Nachdem sie monatelang nichts getan oder sich gestritten hat, hat die Bundesregierung jetzt die Karten auf den Tisch gelegt. Mit ihrer „Gesundheitsreform“ zieht Schwarz-Gelb den gesetzlich Versicherten das Geld doppelt aus der Tasche und führt die Kopfpauschale durch die Hintertür ein. Schwarz-Gelb hat die Menschen belogen: Anders als versprochen, haben die Menschen künftig weniger Netto von ihrem Bruttolohn im Portemonnaie. hier [66 KB]
Gemeinsam neue Wege gehen
Koalitionsvertrag
zwischen der
NRWSPD und Bündnis 90 / Die Grünen NRW hier [337 KB]
Sören Link:
Koalition aus Linken und CDU ist Gipfel der Unverfrorenheit
06.07.2010
Zur Aussage des Noch-Umweltministers Eckhard Uhlenberg (CDU), er lasse sich auch von den Abgeordneten der Linkspartei zum Landtagspräsidenten wählen, erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete für den Duisburger Norden Sören Link:
„Die CDU hat über Jahre hinweg in Weltuntergangsszenarien vor einer Koalition mit der ‚verfassungsfeindlichen‘ Linkspartei gewarnt. Noch vor einigen Wochen hingen auch in Duisburg CDU Plakate mit der Parole ‚NRW pass auf – Rot-Rot droht´. Nicht einmal zwei Monate später paktiert die CDU dann selber mit den Linken. Die CDU hat damit vollends die Glaubwürdigkeit verloren!“
„Zuerst müssen Zigtausende Euros ausgegeben werden, damit die Abgeordneten von CDU und Linken nicht denselben Fahrstuhl im Landtag benutzen – und jetzt verhandeln CDU und Linke ganz offen über die gegenseitige Unterstützung bei der Wahl des Präsidiums und der Ausschussbesetzung“ wundert sich Sören Link. Die CDU-Landtagsfraktion hatte sich nach der Wahl geweigert, mit den Abgeordneten der Linkspartei auf einer Etage untergebracht zu werden. Damit CDU und Linke jeweils eigene Etagen bekommen konnten, musste die gesamte Landtagsverwaltung unter erheblichen Kosten in einen anderen Gebäudetrakt umziehen.
Besonders scheinheilig seien die merkwürdigen Geschäfte zwischen Christdemokraten und Linken aber vor allem vor dem Hintergrund, dass die CDU der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Hannelore Kraft in den letzten zwei Wochen immer wieder vorgeworfen habe, sie wolle sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen. „Nun will ausgerechnet CDU Minister Uhlenberg mit den Stimmen der Linken zum Landtagspräsidenten gewählt werden“ so Sören Link: "Das nenne ich Doppelmoral"!
Johannes Pflug glaubt an eine dauerhaft Regierung
19.07.2010
Johannes Pflug, Bundestagsabgeordneter der SPD für Duisburg, gratuliert Hannelore Kraft, Ralf Jäger, Angelica Schwall-Düren und Zülfiye Kaykin zu ihrer Wahl und Ernennung.
"Hannelore Kraft ist es mit Kompetenz, Fleiß und Ausdauer gelungen, zunächst die zerstrittene NRW SPD zu einen, den Schulterschluss zu den Gewerkschaften wieder herzustellen und schließlich einen erfolgreichen Wahlkampf für uns Sozialdemokraten zu führen. Dabei ist sie vor allen Dingen auch die Hannelore Kraft aus der Ruhrgebietsstadt Mülheim geblieben", so Pflug. Die schwierigen Mehrheitsverhältnisse in NRW werden die Aufgaben nach der Einschätzung von Johannes Pflug sehr erschweren, aber auch die Koalition der Minderheitenregierung zusammenschweißen.
"Mit einem guten Kabinett, guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gutem koalitionärem Einvernehmen und Rückkopplung mit der Partei wird es Kraft gelingen, die gesamte Legislaturperiode erfolgreiche Politik für unser Land zu machen."
Seinem Nachfolger als Unterbezirksvorsitzender in Duisburg und neuem Innenminister von NRW, Ralf Jäger, bescheinigt Pflug "dass er ein kompetenter, fleißiger und verlässlicher Landespolitiker, insbesondere aber auch eine starke und loyale Stütze für unsere neue Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist. Das neue Amt wird Ralf Jäger viel abverlangen, insbesondere wenn man an die Probleme der Gemeinden, an die Polizei und die NRW-Verwaltungsstrukturen denkt."
Mit Zülfiye Kakin verbindet Johannes Pflug eine gute Freundschaft. "Sie wird ihre Aufgaben als Staatssekretärin im NRW-Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration hervorragend meistern."
Johannes Pflug freut sich auch für Angelica Schwall-Düren, seine ehemalige Bundestagsabgeordnetenkollegin, dass sie nun Landesministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien geworden ist. "Für dieses Amt ist Hannelore Kraft eine Bestbesetzung gelungen," äußert sich Pflug überzeugt.
SPD begrüßt Mittelfreigabe für Vereine
20.07.2010
Die SPD-Ratsfraktion begrüßt die Mittelfreigabe an die Duisburger Vereine. Wie die NRZ gestern gemeldet hatte, dürfen die städtischen Zuschüsse für das zweite Quartal jetzt nach Freigabe durch die Bezirksregierung ausgezahlt werden. „Zwar kommt die Freigabe spät“, so SPD-Fraktionsvize Jürgen Brandt, „aber wir sind glücklich, dass das Geld jetzt rausgehen kann.“
Die SPD verweist auf die schweren, aber zügigen Beratungen mit Grünen und Linken im Duisburger Rat. „Wir haben extra darauf geachtet, in nur zwei Monaten wirklich alle notwendigen Beschlüsse zu fassen und nicht noch selber für Verzögerungen zu sorgen. Die Duisburger Vereine haben nach der plötzlichen Auszahlungssperre zum Ende letzten Jahres jede Unterstützung verdient.“
Die SPD hofft weiter, dass mit der Bewilligung durch die Bezirksregierung auch ein Signal verbunden ist, dass das von sozialen Kahlschlägen entschärfte Sparpaket ebenfalls Akzeptanz bei der Bezirksregierung findet.
Brandt: „Es wäre ein gutes und hoffnungsvolles Zeichen, wenn die Bemühungen, Sparpakete mit Rücksicht auf die sozial Schwächeren zu gestalten, auch belohnt würden.“
Bas verabschiedet ihre erste PPP-Stipendiatin
20.07.2010
Die Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas hat heute im Seehaus an der Wedau ihre allererste Stipendiatin für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) in die USA verabschiedet: Die 15-jährige Luisa Voßbeck wird ab dem 26. August das St. Hildegardis-Gymnasium für ein Jahr hinter sich lassen und bei einer Gastfamilie in den USA leben. Bärbel Bas und Luisa trafen sich heute zum Erfahrungs- und Erwartungsaustausch mit ihrer Vorgängerin Vivian Sper, die am 23. Juni zurückkehrt war.
Bärbel Bas sagte beim heutigen Treffen:
"Das PPP ist ein ganz spannendes Programm, weil junge Leute wie Luisa einmalige Erfahrungen in einem fremden Land sammeln und Weltoffenheit ganz praktisch lernen können.
Luisa hat mich vor allem bei meinem Hausbesuch überzeugt, weil sie sympathisch, engagiert und aufgeschlossen ist. Das sind beste Voraussetzungen für eine hervorragende Duisburger Botschafterin in den USA.
Leider kann ich trotz vieler toller Bewerberinnen und Bewerber nur einen PPP-Platz pro Jahr vergeben. Bei der Auswahl war mir vor allem die soziale Frage wichtig, ob die Schüler meine Unterstützung wirklich brauchen.
Luisa und ich haben natürlich E-Mail-Adressen ausgetauscht. Ich bin schon sehr gespannt auf ihre Eindrücke und Entwicklungen."
Bei dieser Gelegenheit rief Bärbel Bas auch noch einmal zum Mitmachen beim PPP 2011/2012 auf. Schüler und junge Berufstätige können sich noch bis zum 3. September 2010 beim Deutschen Bundestag für ein Austauschjahr in den USA bewerben, gleichzeitig werden Gasteltern für junge Amerikaner in Duisburg gesucht. Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt's unter www.bundestag.de/ppp.
„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“
23.07.2010
Diskussion zu den Thesen des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA)
Arbeit müsse nachhaltig existenzsichernd sein und den Betroffenen wirkliche Lebensperspektiven eröffnen. Dies betonte aus sozialethisch-christlicher Sicht der Duisburger Industriepfarrer Jürgen Widera bei einer Diskussionsveranstaltung zur Leiharbeit und zu prekären Arbeitsverhältnissen. Hierzu konnte SPD Ratsherr und Presbyter Rainer Schütten überraschend viele interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Rheinhauser Erlöserkirchengemeinde begrüßen. Eingeladen hatten der Arbeitskreis SPD und Kirchen/Niederrhein-NRW zusammen mit der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA).
Formen ungeregelter Leiharbeit verletzen Menschen- und Arbeitnehmerrechte - darin bestand weitgehend Einigkeit. So verweisen die Thesen des KDA zur Leiharbeit eingangs darauf, dass bereits in der Bibel Missstände wie die Ausbeutung der Arbeitskraft von Menschen ohne eine angemessene Entlohnung angeprangert würden. Gegenwärtig überall sichtbare Fehlentwicklungen bei der Leiharbeit und die erhebliche Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse bei vielfach fehlenden Mindestlöhnen seien nicht akzeptabel. Der EU-Gleichheitsgrundsatz, der gleichen Lohn für gleiche Arbeit verlange, müsse ohne Ausnahmeregelung um- und durchgesetzt werden.
Tim Kurzbach, der Kölner Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung ergänzte, dass für die KAB Leiharbeit nur unter strengen Vorgaben und Kriterien als Mittel zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt überhaupt hinnehmbar sei. Sie müsse Ausnahme bleiben für notwendige Flexibilitätsanforderungen in den Betrieben und mit Qualifizierungsmaßnahmen verbunden werden. Als Instrument für Lohndumping und zur Spaltung von Belegschaften sei sie entschieden abzulehnen. Es dürfe keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „zweiter Klasse“ geben.
Ulrich Rieger, der den wegen einer Landtagssitzung verhinderten Duisburger DGB-Vorsitzenden Rainer Bischoff vertrat, begrüßte die deutliche Unterstützung von Initiativen des DGB gegen den Missbrauch von Leiharbeit. Die kirchlichen Arbeitnehmerorganisationen seien für den DGB als Einheitsgewerkschaft wichtige Partner. In Duisburg sei Leiharbeit überproportional vertreten, die Übergangsquoten aus der Leiharbeit in reguläre Beschäftigung jedoch seien recht gering. Es sei nicht vertretbar, dass etwa 93 % der in der Leiharbeit Beschäftigten dort oder in der Arbeitslosigkeit verblieben. Gegen Tendenzen in Richtung auf befristete, unsichere und prekäre Beschäftigung auf vielen Arbeitsmärkten durch Unterlaufen von Regelungen sei gemeinsam gesellschaftlich wie politisch gegenzusteuern.
Norbert Fabian verwies als Moderator darauf, dass die SPD die erhobenen Forderungen indessen weitgehend teile und das ‚Normalarbeitsverhältnis’ wieder stärken wolle. Kontrovers diskutiert wurde der Vorschlag, die von dem KDA, der KAB und dem DGB vorgeschlagenen Maßnahmen zur notwendigen Regulierung von Leiharbeit durch die Einführung einer Höchstquote für in Betrieben zulässige Leiharbeit (etwa 2-5%) zu ergänzen.
Blumenthal (SPD): Kein Gymnasium wird geschlossen
-CDU fehlt schulpolitische Fachkenntnis-
23. Juli 2010
„Kein Duisburger Gymnasium wird geschlossen, die Eltern und Schulen werden mitreden und die CDU-Fraktion zeigt, dass sie in Duisburg keine schulpolitische Fachkenntnis mehr besitzt.“, so kommentiert der SPD-Ratsherr Heiko Blumenthal, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion die Attacken der CDU-Ratsfraktion gegen eine Verbesserung der Duisburger Schullandschaft.
„Falls man untätig bleibt, so Blumenthal weiter, kommt es automatisch zu einer Reihe von unkoordinierten Schulschließungen aufgrund fehlender Anmeldezahlen. Wie schnell so etwas geht, haben die Hauptschulschließungen auf Weisung der Bezirksregierung deutlich gezeigt.
Selbst der Duisburger Schuldezernent Karl Janssen hat dies erkannt und im Schulausschuss eine notwendige Reform in der Schulgesetzgebung angemahnt.
Nach der Vorstellung der neuen rot-grünen Landesregierung sollen zukünftig 30% der weiterführenden Schulen in Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden. Ob dann eine Realschule, eine Gesamtschule oder auch ein Gymnasium vor Ort Gemeinschaftsschule wird oder nicht, muss nach Einschätzung des SPD-Schulexperten Blumenthal der Schulträger, also die Stadt Duisburg, in enger Abstimmung mit den betroffenen Schulen entscheiden.
Dabei wird auch eine Rolle spielen, ob Schulen aufgrund fehlender Schülerzahlen noch überlebensfähig sind. Untätigkeit wie in den letzten fünf Jahren ist für die Duisburger SPD-Fraktion jedenfalls keine Lösung.
Blumenthal: „Unser Modell führt zu mehr Chancengleichheit und zu einer größeren Berücksichtigung des Elternwillens. Wir wollen gemeinsam mit den Schulen und den Betroffenen entscheiden, welcher Weg für sie der beste ist. In Duisburg wird es nach dem heutigen Stand keine Schließung von Gymnasien in den nächsten Jahren geben. Falls ein Gymnasium sich aber aus eigenem Willen zu einer Gemeinschaftsschule verändern will, sollten wir dem aber auch nicht im Weg stehen.“
Blumenthal fordert die CDU auf, sich sachkundig zu machen und sich dann vernünftigen Wegen zum Wohle der Schüler nicht zu verschließen. Er erinnert daran, dass man im Schulausschuss auch mit den Stimmen der CDU den Schuldezernenten erst vor kurzem aufgefordert hat, einen entsprechenden Duisburger Schulentwicklungsplan zu entwerfen.
SPD trauert um die Toten der Loveparade
26.07.2010
Die Duisburger SPD trauert um die Toten auf der Loveparade. SPD-Chef Ralf Jäger stellte sich mit dem stellv. Fraktionsvorsitzenden im Rat, Jürgen Brandt und MdB Johannes Pflug an die Seite der Trauernden. „Wir verharren in stillem Gedenken an die Verstorbenen und sind in Gedanken voller Anteilnahme bei den Familien und Freunden. Der Respekt gebietet, dass alles andere hinter dieser Andacht zurück stehen muss. Unsere Sorge gilt den Verletzten, die sich noch in den Krankenhäusern befinden.“
Mit Blick auf die Geschehnisse betont Ralf Jäger, dass man fassungslos und bestürzt über das Geschehene sei. Man habe unvorstellbare Bilder des Grauens gesehen. Ein großer Dank gelte den Rettungs- und Sicherheitskräften, die alles Mögliche getan hätten, um den Verletzten zu helfen.
Herbert Eickmanns und Elke Patz, beide stellv. Fraktionsvorsitzende, forderten die lücken- und rücksichtslose Aufklärung der Vorgänge und Verantwortlichkeiten. „Insbesondere die Gerüchte um vermeintliche vorherige Warnungen wollen wir aufgeklärt wissen.“ Beide betonen, dass sie kaum zu glauben vermögen, dass solche Warnungen aus Sicherheitskreisen nicht beachtet worden wären. „Für uns wäre das ein Skandal.“
SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Pflug, Mitglied des Polizeibeirates, hat umgehend eine Sondersitzung des Duisburger Polizeibeirates beantragt. Er will so zügig zur Aufklärung beitragen.Die SPD betont besonders, dass es sich bis zum Zeitpunkt des Unglücks um eine friedliche Veranstaltung gehandelt hat. Die jungen Menschen seien in vielen Bereichen sehr diszipliniert gewesen. Auch nach dem Unglück hätten viele Besucher den Rettungskräften geholfen.
Für die Sozialdemokraten ist klar, dass die Aufklärungsarbeiten umfangreich sein werden. „Hektik wäre fehl am Platz, aber es gibt keine Akzeptanz für monate- und jahrelange Untersuchungen. Wesentliche Erkenntnisse müssen ohne Rücksichtnahme auf Personen an das Tageslicht, wenn sie sichtbar werden. Dass sind wir den Angehörigen, aber auch der Öffentlichkeit schuldig.“
AUFRUF zum PROTEST am 28.08.2010 um 11:55 Uhr
Die rechtsextremen Populisten von pro NRW wollen am kommenden Samstag, dem 28.08.2010, wieder unsere Stadt Duisburg heimsuchen. Diesmal wollen sie unter der populistischen Forderung, nach der Tragödie der Love-Parade den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland abzuwählen, an das Duisburger Rathaus marschieren und dort eine Kundgebung veranstalten.
Für uns ist eines absolut klar: Ungeachtet unserer eigenen Position zu einem Rücktritt oder einer Abwahl des Duisburger Oberbürgermeisters haben wir mit diesen Rechtspopulisten nichts, aber auch gar nichts gemeinsam. Wir wenden uns eindeutig gegen die Absicht und gegen den Versuch dieser rechtsextremistischen Rattenfänger, durch Übernahme einer in Duisburg verbreiteten Stimmung Menschen für sich und ihre politischen Phrasen zu gewinnen.
Unter dem Motto „Wir sind Duisburg“ wenden wir uns ebenfalls dagegen, dass Rechtspopulisten von Außen kommen und uns Duisburgerinnen und Duisburgern erklären wollen, was in unserer Stadt zu geschehen hat. Derartige Ratschläge gerade von dieser Seite benötigen wir keinesfalls. Ganz im Gegenteil: Wir möchten und müssen unsere Stadt vor dem Eindringen rechtsextremistischen Gedankengutes schützen. Symbolisch tun wir dies durch den Schutz des Duisburger Rathauses, dem Mittelpunkt des gesellschaftlichen und politischen Lebens unserer Stadt.
Wir rufen daher hiermit zu einer Gegen-Kundgebung auf unter dem Motto:
„Wir sind Duisburg“am Samstag, dem 28.08.2010, Beginn 11.55 Uhr vor dem Duisburger Rathaus, Burgplatz.
Nach einer Begrüßung wird unser
Altoberbürgermeister Josef Krings zu uns sprechen.
Wir rufen alle demokratischen Kräfte und die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auf, sich an dieser Gegenkundgebung zu beteiligen.
Wir sind Duisburg – Wir schützen unsere Stadt vor rechtsextremistischen Rattenfängern
A U F R U F [48 KB]
V.i.S.d.P.: Deutscher Gewerkschaftsbund – Region Niederrhein – Stapeltor 1 7-1 9 – 47051 Duisburg
Erklärung des geschäftsführenden Vorstands der SPD
02.08.2010
Aus Respekt vor den Toten und Hinterbliebenen hat sich die SPD Duisburg bisher politische Zurückhaltung auferlegt und weder Vorwürfe erhoben noch Forderungen gestellt. Leider hat der Oberbürgermeister unserer Stadt diese Zeit nicht genutzt, um sein Amt niederzulegen und damit die politische Verantwortung für die furchtbaren Geschehnisse bei der Loveparade zu übernehmen.
Stattdessen wird der Schaden für unsere Stadt immer größer: Mangelnde Einsicht des Oberbürgermeisters, Sprachlosigkeit und hilflose Ablenkungsversuche schaden dem Ansehen unserer Stadt weiter. Herr Sauerland hat die moralische und politische Autorität verloren, die das Amt des Duisburger Oberbürgermeisters gerade in dieser für unsere Stadt so schwierigen Zeit dringend benötigt.
Den Zeitpunkt, in Würde abzutreten, hat Herr Sauerland längst verpasst. Es steht zu befürchten, dass er auch in den kommenden Tagen und Wochen nicht die Kraft finden wird, die notwendige Konsequenz zu ziehen und sein Amt niederzulegen. Die SPD Duisburg fordert den Oberbürgermeister, Herrn Sauerland, deshalb auf:
„Leisten Sie unserer Stadt einen letzten Dienst und legen Sie ihr Amt unverzüglich nieder.
Geben Sie den betroffenen Menschen damit das Gefühl, nicht völlig ohnmächtig zu sein.
Ermöglichen Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, wieder ihren Pflichten im Dienst der Menschen nachzukommen, statt sich hinter ihnen zu verstecken.
Es ist unerträglich, wenn bei der Gedenkfeier für die Opfer der Oberbürgermeister unserer Stadt nicht anwesend sein kann. Die notwendige Aufklärungsarbeit liegt jetzt in den Händen der Staatsanwaltschaft. Ihr Verbleib im Amt ist für diese Aufgabe weder hilfreich noch notwendig, sondern eher hinderlich.“
Sollte der Oberbürgermeister auch weiterhin nicht bereit sein, die politische Verantwortung zu übernehmen und aus dem Amt zu scheiden, ist seine möglichst baldige Abwahl unabdingbar. Beratungen dazu werden so bald wie möglich in den zuständigen Gremien geführt.
Wir trauern um die Opfer bei der Loveparade 2010
Wir drücken den Familien, Angehörigen und Freunden der Verstorbenen unser Beileid und unser tiefes Mitgefühl aus. Unsere Anteilnahme gilt allen, die diesen unvorstellbaren Verlust erleben mussten.
Den Verletzten wünschen wir eine schnelle Heilung. Allen Helfern und Rettern gilt unser ausdrücklicher Dank.
Als Duisburger entschuldigen wir uns bei allen, die Leid in unserer Stadt erfahren mussten.
Die SPD Duisburg
Veralberung der Bürger
02.08.2010
Zu der heutigen „Persönlichen Stellungnahme“ von OB Sauerland erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Duisburger SPD, Bärbel Bas MdB:
Veralberung der Bürger - OB-Stellungnahme ist eine Verschleierungsaktion
Die heutige Stellungnahme des OB zeigt, dass er auch mehr als eine Woche nach der Katastrophe nichts gelernt hat. Wer erwartet hatte, dass sich Sauerland endlich auch zu seinen eigenen Fehlern bekennt, sieht sich getäuscht. Stattdessen bittet er um Verzeihung für Fehler „wenn er welche gemacht haben sollte“. Seine Aussage, sich einem Abwahlverfahren zu stellen, ist absurd. Es bedarf nicht seiner Erlaubnis oder Zustimmung, dieses Verfahren einzuleiten. Er verschleiert damit, dass er dem Abwahlverfahren gar nicht ausweichen kann und er sich diesem stellen muss. Jetzt werden die Bürger auch noch veralbert.
Statt endlich mit seinem Abgang den führungslosen Zustand in der Verwaltung zu beenden, klebt er weiter an seinem Stuhl, zum Schaden der Stadt und ihrer Menschen.
SPD-Fraktion einstimmig für vorgezogene Abwahl
4. August 2010
Die stellv. Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion haben bestätigt, dass ihre Fraktion einstimmig hinter der Abwahl von OB Sauerland steht. „Dies ist“, so Jürgen Brandt, „eigentlich ein trauriger Schritt, denn er muss den normalerweise selbstverständlichen Rücktritt des Amtsinhabers ersetzen. Es wäre besser gewesen, Herr Sauerland hätte selbst die Kraft zum Rücktritt gehabt.“
Für das Votum hatte die Fraktion auch ihre in Urlaub befindlichen Mitglieder einbezogen.
Für die SPD ist klar, dass es dabei nicht um persönliche Schuld geht. „Herr Sauerland steht in der politischen Verantwortung“, sagt Herbert Eickmanns. „Auf unserer Stadt lastet ein wahnsinniger Druck, der nur mit seinem Rücktritt oder eben seiner Abwahl von uns genommen werden kann.“
Für Elke Patz ist unverständlich, warum es dazu kommen muss. „Die Ratschläge von bundesweit bekannten und überaus kultivierten Menschen aus allen Parteien waren zahlreich und deutlich. Man kann nicht verstehen, warum diese Stadt jetzt so weitermachen muss.“
Inzwischen gibt es von der CDU widersprüchliche Signale. Offiziell heißt es, werde ein Abwahlantrag erst beurteilt, wenn er vorliege. Gleichzeitig haben CDU-Mitglieder bereits erklärt, dass die CDU dem in keinem Fall zustimmen werde.
Damit könnte der Fall eintreten, dass trotz massiven öffentlichen Drucks nicht einmal der Bürgerentscheid zustande kommt. OB Sauerland würde sich dem Abwahlverfahren durch die Bürger nach Hilfe durch die CDU also erst gar nicht stellen müssen.
OB Sauerland ist politisch und moralisch untragbar
Viele Parlamentarier enttäuscht von Duisburger Stellungnahme
06.08.2010
Schuld sind nur die anderen – aber nicht die Stadt Duisburg und schon gar nicht der Oberbürgermeister. Zu diesem einseitigen Fazit könnte man kommen, wenn man sich auf die Stellungnahme der Stadt Duisburg für die Sitzung des Innenausschusses im Landtag NRW vom letzten Mittwoch bezieht. Nachdem sie so spät eingegangen war, dass sie erst in der Sitzung verteilt werden konnte, blieben nach dem ersten Lesen der Abgeordneten mehr Fragen offen, als Antworten gefunden werden konnten: So beschäftigt sich die Duisburger Stellungnahme beispielsweise überhaupt nicht mit der städtischen Aufsichts- und Kontrollpflicht während der LoveParade. Auch fehlte in den vorgelegten Unterlagen die Baugenehmigung, mit der die Stadt die reduzierten Fluchtwege genehmigte.
Nach Ansicht von Sören Link diente dieses „Sauerland-Gutachten“ erkennbar lediglich einem Zweck: Den Oberbürgermeister als Auftraggeber aus der politischen Schusslinie zu bringen und die Schuld auf andere zu lenken. Sören Link zeigt sich darüber entsetzt: „Wer erst Druck ausübt, damit die LoveParade in Duisburg stattfinden kann, der muss sich schon fragen lassen, ob er im Genehmigungsverfahren nicht zu weit gegangen ist und ob er während der Veranstaltung ausreichend genau hingeschaut hat, um eventuelle Verstöße gegen Auflagen zu ahnden“. Es werfe ein bezeichnendes Bild auf den Oberbürgermeister, dass er dazu eben nicht bereit war.
Sören Link sieht den Duisburger Oberbürgermeister als „politisch und moralisch“ untragbar an. Er habe der Stadt massiv geschadet. Dabei bezieht sich der Parlamentarier nicht in erster Linie auf die Vorgänge vor der LoveParade – diese würden nun staatsanwaltschaftlich aufgeklärt und könnten erst danach umfassend bewertet werden. Für ihn ist insbesondere Sauerlands Verhalten nach den tragischen Vorfällen ein Skandal, der den Oberbürgermeister disqualifiziere: „Erst waren die jungen Menschen selber schuld, später der Veranstalter, anschließend versteckte sich Herr Sauerland hinter den eigenen Mitarbeitern um letztlich der Polizei den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben. Wer sich so verhält, der hat die moralische und politische Autorität verspielt, die das Amt des Oberbürgermeisters in dieser schwierigen Zeit erfordert. Er hätte von sich aus zurücktreten müssen bzw. ist seine baldige Abwahl notwendig und geboten“.

































